30 Haziran 2016 Perşembe

EINFÜHRUNG

EINFÜHRUNG

Der Quran wurde der Menschheit von Gott gesandt, um als Führer zu dienen. Sein Inhalt ist wahr, er bringt dem Menschen frohe Botschaft, er warnt ihn und erzeugt Furcht in ihm. Er ist eine große Gnade, und das einzige Göttliche Buch. Darum müssen die Menschen vor allem anderen den Quran lesen und studieren. Der Quran enthält nicht nur die Gebote Gottes, er gibt den Mensch auch zu einer ganzen Reihe von Fragen die genauesten Informationen.
Gott lehrt uns große Weisheiten in den Passagen, die das Leben der Propheten der Vergangenheit beschreiben. Die Lebensgeschichten der Propheten lehren uns Einsichten über den Glauben, und sie geben uns Beispiele, wir uns verhalten sollten in der Zeit und in der Gesellschaft, in der wir leben. Es ist die Pflicht eines jeden Muslims, diese Lebensgeschichten genau zu studieren, zu versuchen, die Weisheit, die in ihnen steckt, zu begreifen und zu Gott zu beten, daß er selbst sich ebenso verhalten möge. In diesem Buch werden wir das Leben und die Taten eines dieser Propheten der Vergangenheit untersuchen, und das Wissen betrachten, daß Gott uns im Zusammenhang mit ihm vermittelt: Die Rede ist von dem Propheten Joseph.
Der Prophet Joseph ist einer jener Propheten, dessen Leben im Quran ausführlich beschrieben ist. Fast die gesamte Sure 12, eine der längsten des Quran, ist dem Leben Josephs und seiner Familie gewidmet. Zu Beginn der Sure sagt Gott, daß Joseph’s Lebensgeschichte wichtige Zeichen und große Weisheit enthält.
… in (der Geschichte von) Joseph und seinen Brüdern findet sich eine Botschaft für die Ratsuchenden. (Sure Joseph 12:7)
Da Gott den Einzelheiten des Lebens des Propheten Joseph so viel Platz einräumt, dürfen wir sicher sein, daß die Gläubigen sehr viel daraus lernen können. Tatsächlich betont der letzte Vers der Sure, daß die Lebensgeschichten der Propheten wichtige Lehren enthalten für die, die Weisheit und Vernunft besitzen und die in der Lage sind, die der Schöpfung innewohnende wesentliche Bedeutung zu erkennen:
Wahrlich, in den Geschichten über sie finden sich Lehren für die Verständigen. Er ist keine erfundenen Geschichte, sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine Erklärung aller Dinge und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für ein gläubiges Volk. (Sure Joseph 12:111)
Ein Beispiel für die Weisheit in den Lebensgeschichten der Propheten ist die Art und Weise, wie die Verse nicht nur Ereignisse der Vergangenheit beschreiben, sondern auch Lehren für die Generationen der Zukunft geben, indem sie auf Ereignisse verweisen, die erst noch stattfinden müssen. In diesem Sinn hat das Leben Josephs mehrere Bedeutungen. Wenn wir sein Leben betrachten, sehen wir, daß Muslime jeden Zeitalters ähnlichen Problemen gegenüberstanden, daß sie unbewiesenen Anschuldigungen ausgesetzt waren von Menschen, die ihre Religion nicht teilten, und daß sie zahlreiche Situationen erlebt haben, in denen sie Geduld und Ergebenheit in den Willen Gottes zeigen mußten. Es ist überliefert, daß Joseph in seiner Jugend von seinen Brüdern in einen Brunnen geworfen und dort zurückgelassen wurde, damit er sterben sollte, daß er als Sklave verkauft wurde und lange Jahre wegen falscher Anschuldigungen im Gefängnis saß, kurz, daß er durch viel Not und Drangsal geprüft wurde. Wenn also die Gläubigen sein Leben betrachten, so werden sie häufig Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben feststellen. Es ist Gott’s unabänderliches Wirken, demzufolge die Gläubigen aller Zeitalter ähnliche Situationen erlebt haben. In folgenden Versen macht uns Gott dies klar:
So wurde mit denen Unserer Gesandten verfahren, die Wir vor dir entsandten. Und du wirst keine Änderung in Unserem Vorgehen finden. (Sure al-Isra 17:77)
So war Gottes Brauch bereits zuvor. Und du findest niemals einen Wechsel in Gottes Vorgehen. (Sure al-Fath 48:23)
Nach all den gegen ihn gerichteten Machenschaften, dem Mordversuch im Brunnen, der Verleumdung, den Jahren unschuldig im Gefängnis, machte ihn Gott schließlich zum Verwalter des Staatsschatzes. Er gab ihm macht, Ansehen und Reichtum. Hier wird der unabänderliche Wille Gottes sichtbar. Gott verspricht in mehreren Versen, daß die Gläubigen am Ende ihrer Drangsal belohnt werden:
altın, kase
Verheißen hat Gott denen von euch, die glauben und das Rechte tun, daß Er sie zu Statthaltern (Seiner Macht) auf Erden einsetzen wird, so wie Er es denen, die vor ihnen lebten, gewährte; und dass Er ihnen ihre Religion, so wie Er sie für sie gutgeheißen hat, befestigen will; und dass Er ihre Furcht in Sicherheit verwandeln will. "Sie sollen Mir alleine dienen; Sie sollen Mir nichts an die Seite stellen." Und wer danach ungläubig ist, das sind die Missetäter. (Sure an-Nur 24:55)

DIE GESCHICHTE DER PROPHETEN

DIE GESCHICHTE DER PROPHETEN

Gläubige, die die Lebensgeschichte des Propheten Joseph lesen, werden zahlreiche frohe Botschaften in ihr finden und vieles aus ihr lernen – das gilt übrigens für die Lebensgeschichten aller Propheten. Deswegen sollte jeder Gläubige diese Geschichten lesen und versuchen, die in ihnen enthaltene Weisheit zu begreifen. Ein gründliches Verständnis, des Lebens von Joseph wird den Gläubigen Einsichten vermitteln, die ihnen täglich, ihr ganzes Leben lang, von Nutzen sein werden.
Wenn wir die Geschichte der Propheten untersuchen, stoßen wir auf eine verblüffende Erkenntnis. Die meisten von ihnen waren derselben Abstammung. Eine Reihe von Versen belegt dies:
Dies sind einige der von Gott begnadeten Propheten - aus der Nachkommenschaft Adams und derer, die Wir mit Noah (in der Arche) trugen; und aus der Nachkommenschaft Abrahams und Israels; und aus all denen, welche Wir rechtleiteten und auserwählten... (Sure Maria 19:58)
Wie diese Verse verdeutlichen, waren die Propheten harausragende Menschen, die von Gott besonders auserwählt und auf den rechten Weg geleitet worden waren. Es ist fraglos eine große Ehre, von Gott erwählt zu werden. Die Propheten waren daher besondere Menschen, einmal, weil sie erwählt wurden und zweitens, weil sie untadelige, aufrichtige Charaktere waren.
Nach Adam ist der zweitälteste Prophet, den der Quran erwähnt, Noah. Noah zeigte große Geduld und Entschlossenheit, als er einem ungläubigen Volk die Existenz und Einzigartigkeit Gottes verkündete, und als dieses Volk auf seiner Verweigerung beharrte, wurde es in der von Gott gesandten Sintflut ertränkt. Einzig Noah und die ihm folgenden Gläubigen wurden gerettet, sie überlebten die Sintflut dank der Arche, die sie nach Gott’s Anweisungen gebaut hatten, genau wie Gott es ihnen versprochen hatte. Gott lobt den Propheten Noah ausdrücklich im Quran:
"Frieden sei auf Noah in aller Welt!" So belohnen Wir fürwahr die Rechtschaffenen. Er war gewiss einer Unserer gläubigen Diener. (Sure as-Saffat 37:79-81)
In einem anderen Vers sagt Gott, daß Noah’s Geschlecht “überleben“, also niemals aussterben werde:
Schon Noah rief Uns an und Unsere Antwort war fürwahr schön. Wir erretteten ihn und seine Familie aus großer Drangsal. So ließen Wir seine Nachkommen überleben.(Sure as-Saffat 37:75-77)
Generationen kamen nach dem Propheten Noah und verschwanden wieder, und die Menschen wandten sich erneut vom rechten Weg ab, beteten Götzen an und drehten Gott den Rücken zu. Zu jener Zeit erschien der Prophet Abraham, der mit der Aufgabe betraut war, die Menschen wieder auf den rechten Weg zu führen und dafür zu sorgen, daß sie sich wieder Gott zuwandten. Abraham gehörte dem Geschlecht Noahs an, das auf Erden überlebt hatte. Gott beschreibt dies im Quran mit folgenden Worten:
Und zu seiner Glaubensgemeinde gehörte auch Abraham.(Sure as-Saffat 37:83)
Abraham war ein aufrechter, heiliger Mensch, der von Gott gelobt wurde. In einem Vers heißt es:
Und wer hätte einen schöneren Glauben als wer sich Gott hingibt und das Gute tut und die Religion Abrahams, des Lauteren im Glauben, befolgt; denn Gott nahm sich Abraham zum Freund.(Sure an-Nisa 4:125)
Weiter sagt Gott über Abraham:
• Denn Abraham war nachsichtig, mitleidig und sühnebereit.(Sure Hud 11:75)
• Abraham war fürwahr ein Vorbild der Tugend, gehorsam gegen Gott, lauter im Glauben und kein Götzendiener.(Sure an-Nahl 16:120)
• Er war für Seinen Gnadenerweis dankbar, und Er erwählte ihn und leitete ihn auf einen geraden Pfad.(Sure an-Nahl 16:121)
• Beneiden sie etwa die Leute um das, was Gott ihnen in Seiner Huld schenkte? Wir gaben dem Hause Abrahams die Schrift und die Weisheit und ein gewaltiges Königreich.Sure an-Nisa 4:54)
• Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob und leiteten beide recht. Und zuvor leiteten Wir Noah recht und auch seinen Nachkommen David und Salomo und Hiob und Joseph und Moses und Aaron. So belohnen Wir die, welche Gutes tun.(Sure al-An'am 6:84)
• Und von Abraham, dem Getreuen.(Sure al-Najm 53:37)
Mit Abraham begann eine ununterbrochene Abstammungslinie. Obwohl er seine Aufgabe als Gesandter Gottes pflichtgetreu und entschlossen ausführte beherzigten die meisten Menschen seiner Umgebung seine Botschaft nicht, mit Ausnahme eines Verwandten, dem späteren Propheten Lot. Abraham bat Gott, einen reinherzigen Gläubigen mit seiner Nachfolge zu betrauen und Seine Religion auf Erden weiter zu repräsentieren. Gott antwortete auf diese Gebet Abrahams mit einem Wunder, indem Er Abrahams Ehefrau ein Kind schenkte, obwohl sie alt und unfruchtbar war. So wurde Abraham Vater des Propheten Isaak, der in Gott’s Augen ein herausragender Prophet war, denn er besaß Verständnis, Glauben und Gottesfurcht. Auch Isaak hatte später einen Sohn, den er Jakob nannte.
Und als er sich von ihnen und von dem, was sie neben Gott verehrten, getrennt hatte, schenkten Wir ihm Isaak und Jakob und machten jeden von ihnen zu Propheten. (Sure Maria 19:49)
Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob und gaben seiner Nachkommenschaft das Prophetentum und die Schrift. Und Wir gaben ihm seinen Lohn im Diesseits; und im Jenseits wird er gewiss zu den Rechtschaffenen gehören. (Sure al-’Ankabut 29:27)
Ein weiterer Sohn Abrahams war der spätere Prophet Ismael. Sie bauten zusammen die allererste Gebetsstätte, die Ka’aba. Das Gebet, das Sie dabei sprachen, ist im Quran überliefert:
Und als Abraham und Ismael die Grundmauern des Hauses legten, (sprachen sie:) “O unser Herr! Nimm es von uns an. Siehe, Du bist der Hörende, der Wissende. O unser Herr! Mache uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde Gottergebener. Und zeige uns unsere Riten und kehre Dich uns zu; denn siehe, Du bist der Vergebende, der Barmherzige. (Sure al-Baqara 2:127-128)
Gott beantwortete das Gebet und schuf aus der Linie des Propheten Abraham eine Gemeinschaft, die Ihm vollständig ergeben war. Die Söhne und Enkel Abrahams und deren Kinder waren gesegnete Menschen, unter denen viele Propheten waren; sie glaubten an Gott und lebten nach Seinen Geboten, obwohl sie überwiegend von Heiden umgeben waren. Die Propheten Moses, Aaron, David, Salomon, Jakob und Jonas sowie viele andere waren alle reine, vollkommene Menschen, die vom Propheten Abraham abstammten. Gott sagt über diese Reihe von Propheten:
Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob und leiteten beide recht. Und zuvor leiteten Wir Noah recht und aus seinen Nachkommen David und Salomo und Hiob und Joseph und Moses und Aaron. So belohnen Wir die, welche Gutes tun. Und Zacharias und Johannes und Jesus und Elias: Alle wären Rechtschaffene! Und Ismael und Elischa und Jonas und Lot: Alle zeichneten Wir vor den Menschen der Welt aus und einige ihrer Väter und ihrer Brüder. Wir wählten sie aus und leiteten sie auf einen geraden Weg. Das ist die Rechtleitung Gottes: Er leitet, wen von Seinen Dienern Er will. Hätten sie Ihm aber Gefährten gegeben, dann wäre ihr Tun umsonst gewesen. Diese sind es, denen Wir die Schrift, die Weisheit und das Prophetentum gaben. Wenn aber diese da nicht daran glauben, dann vertrauen Wir diese (Gaben) Leuten an, die sie nicht verleugnen, jenen, die Gott rechtgeleitet hat; darum folge ihrer Leitung. Sprich: Ich verlange von euch keinen Lohn dafür. Dies ist nichts weniger als eine Ermahnung für alle Welt." (Sure al-An'am 6:84-90)
Hz. İbrahim oğullarına Allah'a imanı vasiyet etmiş ve bu Abraham übermittelte seinen Glauben an seine Söhne, was später auch sein Enkel Jakob tat. Gott beschreibt es im Quran:
kuran, güzel kuran
Viele Verse des Quran befassen sich mit den Propheten Abraham, Jakob und Joseph. Die Sure 14 trägt den Namen ‚Abraham', Sure 12 heißt ‚Joseph'.
Als sein Herr zu ihm sprach: 'Ergib dich (Mir)! ', sprach er: "Ich gebe mich völlig dem Herrn der Welten hin." Und Abraham legte es seinen Kindern ans Herz. Und Jakob (sprach:)"O meine Kinder! Siehe Gott hat euch Glauben erwählt; so sterbt nicht, ohne Gottergebene zu sein." Oder wart ihr Augenzeugen, als Jakob der Tod nahte? Da sprach er zu seinen Söhnen: "Was werdet ihr nach mir anbeten?" Sie sprachen: "Anbeten werden wir deinen Gott und den Gott deiner Väter Abraham und Ismael und Isaak, den einzigen Gott, und Ihm sind wir völlig ergeben." Jenes Volk ist nun Vergangenheit. Mit ihm wurde nach seinem Verdienst, und mit euch wird nach euerem Verdienst verfahren. Und ihr werdet nicht für ihr Verhalten verantwortlich gemacht. (Sure al-Baqara 2:131-134)
Die Tatsache, daß jemand vom Propheten Abraham abstammt, bedeutet selbstverständlich nicht, daß er automatisch den rechten Weg wählt. So wie dieses Geschlecht Propheten und Gottesfürchtige Menschen hervorgebracht hat, gab es auch solche, die das Konzept der Religion nicht begriffen und nicht auf den rechten Weg fanden. Auch das wird im Quran offenbart. Zum Beispiel sagt Gott über das Geschlecht Abrahams und seines Sohnes Isaak:
Und Wir segneten ihn und Isaak. Unter seinen Nachkommen waren jedoch rechtschaffene neben solchen, welche Unrecht gegen sich selbst begingen. (Sure as-Saffat 37:113)
Die Propheten waren erwählte, überlegene Menschen, doch wie wir in den folgenden Kapiteln sehen werden, gab es unter ihren Vätern, Brüdern, Söhnen und Enkeln, sogar unter ihren Ehefrauen Menschen, die gegen den Willen Gottes handelten, die von Ihm gesetzten Grenzen überschritten und sich Seiner Religion widersetzten. Gott beschreibt es in einem Vers:
Und wahrlich, wir entsandten Noah und Abraham und gaben ihrer Nachkommenschaft das Prophetentum und die Schrift. Einige von ihnen waren rechtgeleitet, viele von ihnen waren jedoch Frevler. (Sure al-Hadid 57:26)
Unter denen, die fehlgingen, obwohl sie aus der Linie der Propheten stammten, waren einige der Söhne Jakobs.
Gott spricht im Quran viele Male von Jakob, Er beschreibt ihn als einen aufrechten, starken, einsichtigen Menschen, der ausgewählt und bevorzugt war. Gott beschreibt seinen überlegenen Charakter so:
Gedenke auch Unserer Diener Abraham, Isaak und Jakob, Leute voll Kraft und Einsicht. Siehe, Wir erwählten sie besonders zum Zwecke des Gedenkens an das Jenseitige. Und sie gehören für Uns fürwahr zu den Auserwählten, den Besten. (Sure Sad 38:45-47)
Und Wir schenkten ihm Isaak, und Jakob dazu, und machten alle beide rechtschaffen. Und Wir machten sie zu Vorbildern, die auf Unser Geheiß rechtleiteten, und wiesen sie an, Gutes zu tun, das Gebet zu verrichten und Almosen zu entrichten. Und sie verehrten Uns. (Sure al-Anbiya 21:72-73)
Außerdem beschreibt Gott Jakob als einen gebildeten Menschen, der besonderes Wissen gegeben worden war:
… Er aber besaß Wissen, das Wir ihn gelehrt hatten. Jedoch wissen die meisten Menschen nicht Bescheid. (Sure Joseph 12:68)
… Er sprach: "Habe ich es euch nicht gesagt: Ich weiß wirklich von Gott, was ihr nicht wisst?" (Sure Joseph 12:96)
çöl, manzara
Einer der Söhne Jakobs war der Spätere Prophet Joseph, der von allen Kindern Jakobs den Glauben und die moralischen Werte, die sein Vater ihn gelehrt hatte, am besten verstand. Folgende Worte Gottes aus dem Quran belegen dies:
Ich folge der Religion meiner Väter Abraham, Isaak und Jakob. Uns ist es nicht erlaubt, Gott andere Gottheiten beizugesellen. Dies gehört zur Gnade Gottes gegen uns und gegen die Menschheit, jedoch die meisten Menschen sind nicht dankbar. (Sure Joseph 12:38)
Doch nicht alle Brüder Josephs waren wie er. Mit Ausnahme des jüngsten Bruders, der ihm sehr ähnelte, begriffen sie den Glauben nicht sondern waren Gefangene ihrer selbstsüchtigen Wünsche, die die von Gott gesetzten Grenzen überschritten. Diese seine eigenen Brüder waren es, die dem Propheten Joseph auf das Grausamste nachstellten.
Die folgenden Kapitel dieses Buches werden diese Machenschaften beschreiben und was anschließend geschah, sowie Josephs beispielhaftes Verhalten angesichts all der schlimmen Ereignisse, die über ihn hereinbrachen.

JOSEPH`S KINDHEIT

JOSEPH`S KINDHEIT

DER TRAUM

Als Kind hatte Joseph eines Nachts einen Traum, und er fragte seinen Vater, den Propheten Jakob, was der Traum wohl bedeuten möge. Dieser deutete den Traum und sagte, er enthalte Gutes für Joseph’s Zukunft. Doch er warnte ihn davor, den Traum seinen Brüdern zu erzählen. Im Quran steht darüber:
Hz. Yusuf, rüya
Joseph träumte von 11 Sternen, der Sonne und dem Mond, die sich vor ihm verneigten.
Als Joseph zu seinem Vater sagte: "O mein Vater! Ich sah elf Sterne und die Sonne und den Mond; und ich sah sie wirklich sich vor mir niederwerfen." Da sagte er: "Mein Söhnchen! Erzähle deinen Traum nicht deinen Brüdern, sonst werden sie sich Böses gegen dich vornehmen. Wahrlich, Satan ist den Menschen ein offenkundiger Feind. Denn so wird dein Herr dich auserwählen und dich die Deutung des Geschehens lehren und Seine Gnade an dir und dem Hause Jakobs vollenden, so wie Er sie zuvor an deinen Vorvätern vollendete, an Abraham und Isaak, Siehe, dein Herr ist wissend und weise." (Sure Joseph 12:4-6)
Der Grund für die Warnung des Vaters lag im Verhalten der Brüder gegenüber Joseph, daß in keiner Weise vertrauenerweckend war. Als weiser, empfindsamer Mann war Jakob klar, daß Joseph einen Charakter besaß, der Neid und Eifersucht provozierte. Da er seine Söhne ganz genau kannte, befürchtete er, sie könnten Joseph etwas antun wollen. So warnte er Joseph vor der Feindschaft Satans und empfahl ihm, auf der Hut zu sein.
Hier besteht die Lehre für die Muslime darin, vorsichtig zu sein mit Menschen, die Disharmonie und Unheil säen und gegenüber Menschen, die nachlässig sind in religiösen Dingen; sie sollten solchen Menschen nichts erzählen von positiven Entwicklungen und guten Zukunftsaussichten für die Muslime. Denn wirklich fromme Menschen freuen sich, wenn Muslimen etwas Gutes widerfährt, wenn sie gefestigter werden und sich ihre Lebensumstände generell verbessern, während die Neider und die Eifersüchtigen sich darüber ärgern. Da solche Menschen nicht wollen, daß irgend etwas zugunsten der Religion und der Gläubigen geschieht, versuchen sie, solches zu verhindern, und zu diesem Zweck arbeiten sie sogar mit den Feinden der Gläubigen zusammen. Gott beschreibt des Verhalten solch notorischer Unruhestifter:
Trifft dich Gutes, so betrübt es sie. Trifft dich ein Unheil, so sagen sie: "Wir haben uns ja schon abgesichert, " und wenden sich vergnügt ab. (Sure at-Tawba 9:50)
Daher sollte man solchen Menschen nichts über positive, glückverheißende Entwicklungen für die Muslime erzählen, bevor sie tatsächlich geschehen, man sollte insgesamt sehr vorsichtig sein im Umgang mit solchen Menschen. Jakob's Warnung an seinen Sohn ist ein gutes Beispiel dafür.

DIE FALLE

Hz. Yusuf, Hz. Yusuf'un oğulları
Ein Gemälde des Propheten Jakob und seiner Kinder. Das Motiv der Brüder, die sich Joseph's entledigen wollten, war Eifersucht. Sie glaubten, ihr Vater liebe Joseph mehr als sie.
Jakob tat recht daran, seinen Sohn zu warnen. Die Brüder waren tatsächlich eifersüchtig auf ihn und den jüngsten Bruder, und ihre Eifersucht ging soweit, daß sie sich Joseph’s für immer entledigen wollten. Hier wird es ganz deutlich, daß Joseph’s Brüder die moralischen Werte des Islam vollständig mißachteten und daß nichts vom Charakter eines wahren Gläubigen in ihnen war. Was sie Joseph antun wollten, wird im Quran so beschrieben:
Da klagten sie: "Wahrlich, Joseph und sein Bruder sind unserem Vater lieber als wir, obwohl wir so zahlreich sind. Siehe, unser Vater befindet sich offensichtlich im Irrtum. Tötet Joseph oder vertreibt ihn weit weg. Eueres Vaters Aufmerksamkeit wird dann wieder euch gehören, und danach werdet ihr wieder als anständige Menschen leben. (Sure Joseph 12:8-9)
Wie aus dem Vers deutlich wird, war Neid das Hauptmotiv von Joseph’s Brüdern, ihm eine Falle zu stellen. Der Gedanke daran, daß der Vater Joseph und den jüngsten Bruder mehr liebte, trieb sie dazu. Sie wollten die Liebe ihres Vaters für sich allein, weil sie glaubten, ihre Zahl und die Art und Weise, wie sie sich gegenseitig halfen, gebe ihnen dieses Vorrecht.
Nun ist dies eine sehr pervertierte Denkweise. Dem Quran zufolge ist der wahre Maßstab der Liebe eines Gläubigen der Grad seines Gottesbewußtseins. Wer sich Gottes bewußt ist, fürchtet Ihn und bleibt mit seinem Verhalten gewissenhaft in den Grenzen, die Er gesetzt hat. So sind die Menschen, die sie am meisten lieben jene, die die besten moralischen Werte zeigen. Das ist das Konzept der Liebe unter Gläubigen. Ganz sicher handelte Jakob danach im Umgang mit seinen Söhnen. Es ist völlig normal, daß er Joseph am meisten liebte, denn dieser war Gottesfürchtiger und folgte höheren moralischen Werten als die anderen Söhne. Doch Joseph’s Brüder waren ganz und gar nicht dieser Auffassung, denn sie verstanden nicht, warum der Vater Joseph und den jüngsten Bruder mehr liebte als sie. Daran wird sichtbar, wie weit ihr Charakter von ihrer Religion abgekommen war.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ihres Verhaltens ist die Respektlosigkeit, mit der sie ihren Vater behandelten. Obwohl dieser ein erwählter Prophet war, ein Mann von überlegener Intelligenz, behaupteten sie, ihr Vater mache ganz offensichtlich einen Fehler, wenn er Joseph und den Jüngsten bevorzuge. Diese Respektlosigkeit gegenüber einem Propheten zeigt, wie schwach ihr Glaube war, daß sie Joseph zu töten versuchten, beweist ebenfalls ihren schwachen Glauben und ihre unheilvolle Natur. Niemand, der Gott fürchtet, der weiß, daß er im Jenseits für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden wird, der weiß, daß Gott ihn in jedem Moment sieht und hört, würde jemals so handeln, er nicht einmal daran denken, so zu handeln. Doch die Brüder glaubten, die richtige Entscheidung, die Liebe ihres Vaters zurückzugewinnen und ihre Eifersucht vergehen zu lassen, sei es, Joseph zu töten oder ihn zumindest auszusetzen.
Töten ist auf jeden Fall eine Sünde, und ein Kind auszusetzen, ist eine böse Handlung. Menschen, die an so etwas auch nur denken, haben kein Gewissen und kein Mitleid. Doch Joseph’s Brüder waren so grausam und unbarmherzig.
Ihr gesamtes Denken war völlig krank. Sie glaubten, nach einer solchen Sünde, einer solch bösen Tat, gehörten sie immer noch zu den Rechtschaffenen. Natürlich kann jemand, der wirklich wünscht, Gott möge ihm vergeben, nachdem er gesündigt hat, hoffen, sich zu bessern und wieder zu den Gottesfürchtigen zu gehören. Doch diese Männer glaubten in voller Kenntnis der Tatsache, daß ihre Handlungen falsch waren, sie könnten weiterhin als Gottesfürchtig angesehen werden. Das ist ein weiterer Beweis, daß ihnen jede Vernunft fehlte und daß sie nicht den Charakter der wahren Gläubigen hatten.
In der Fortsetzung des Vers ist erkennbar, daß Gott Joseph im Moment größter Gefahr half, indem er seinen Brüdern eingab, ihn nicht zu ermorden, sondern ihn in einen Brunnen zu werfen:
Einer unter ihnen aber sprach: "Tötet Joseph nicht. Aber wenn ihr etwas tun wollt, dann werft ihn in die Tiefe des Brunnens. Eine der Karawanen mag ihn dann herausziehen." (Sure Joseph 12:10)
Wie wir sehen, war Joseph, der Prophet, immer dem Schicksal unterworfen, daß Gott ihm zugedacht hatte, ganz gleich, welche Pläne seine Brüder schmiedeten und was sie auch gegen ihn unternahmen. Niemand kann jemals dem Schicksal entgehen, das für ihn vorgesehen ist. Gott hatte das Schicksal des Propheten Joseph bereits beschlossen, schon bevor dieser geboren war, und Joseph erfuhr sein Schicksal genau so, wie es für ihn bestimmt war.
Wir müssen uns an diesem Punkt bewußt sein, daß es nicht der Bruder mit seinem Vorschlag, Joseph in den Brunnen zu werfen war, dem dieser sein Überleben verdankte, sondern daß es Gott’s Wille war, der seinen Tod verhinderte. Hätte Gott gewollt, so hätte er dem Bruder die Idee, Joseph in den Brunnen zu werfen, nicht einzugeben brauchen. Doch in Joseph’s Schicksal stand geschrieben, daß man ihn eigentlich ermorden wollte, ihn aber statt dessen in den Brunnen warf. Deswegen kam dem Bruder diese Idee. Die übliche Vorstellung, jemand könne seinem Schicksal entgehen, steht außer Frage. Joseph’s Schicksal war bis ins kleinste Detail festgelegt. Die Tatsache, daß seine Brüder ihn nicht ermordeten, lag nicht an einem Fehlschlag ihres Planes, sondern daran, daß Gott von Anfang an etwas anderes bestimmt hatte.
Gott hatte Joseph Seinen Plan in dem Traum, den Joseph als kleines Kind hatte, offenbart. Das Leben Josephs entwickelte sich so, daß der Traum bestätigt wurde. Gott gibt manchen Seiner Diener von Zeit zu Zeit Hinweise auf deren Zukunft. Zum Beispiel offenbarte Er dem Propheten Muhammad in einem Traum, daß er Mekka einnehmen und mit den Gläubigen gefahrlos dorthin pilgern könne. Der Vers darüber lautet:
Wahrlich, Gott wird das Traumgesicht Seines Gesandten wahrmachen: Er wird euch, so wie Gott es will, in völliger Sicherheit in die unverletzliche Moschee führen, mit geschorenem Haupt oder gekürztem Haar. Fürchtet euch nicht; denn Er weiß, was ihr nicht wisst. Und Er hat euch außer diesem einen weiteren nahen Sieg bestimmt. (Sure al-Fath 48:27)
Der Schlüssel zum Verständnis von Gott’s Fähigkeit, das bis dahin Unbekannte zu offenbaren durch Ereignisse, die genau in der Weise geschehen, wie Er sie offenbart hat, ist, zu erkennen, daß alles, was uns unbekannt erscheint, in der zeitlosen Gegenwart Gottes bereits stattgefunden hat. Unbekanntes gibt es nur für den Menschen. Gott ist von Zeit und Raum unabhängig, Er erschafft alles und Er weiß alles. Er hat die Zeit und alle Geschichte in ihr in einem einzigen Moment erschaffen.
Wir dürfen diese Wahrheit nicht vergessen, wenn wir den nächsten Abschnitt in Josephs Lebensgeschichte betrachten. Alles was geschieht, geschieht nach dem Willen Gottes, und für Gläubige gibt es etwas Gutes in allem, was geschieht. Nach aller Mühe und Drangsal, die viel Geduld erfordern, gibt Gott Wohlstand und Segnungen in dieser Welt, und Er gibt Vergeltung im Jenseits. Deswegen sind Ereignisse, die von außen betrachtet als böse erscheinen, wie die Versklavung, Verleumdung und Inhaftierung, für die Gläubigen in Wahrheit glückverheißend.

DER BÖSE PLAN DER BRÜDER

kuran, güzel kuran
Joseph's Brüder an dem Brunnen, in den sie ihn geworfen hatten. Sie wissen nicht, was ihnen bevorsteht, nachdem sie ihn in die Tiefe stießen. Doch alles geschieht nach dem von Gott erschaffenen Schicksal.
Gott offenbart im Quran, daß Joseph’s Brüder einen hinterhältigen Plan gegen ihn ausheckten, den sie dann auch ausführten. Zuerst baten sie den Vater, Joseph mit ihnen zu senden, und sie überzeugten ihn von der Idee, obwohl sie wußten, daß der Vater ihnen mißtraute.
Sie sagten: "O unser Vater! Warum vertraust du uns nicht Joseph an? Wir meinen es doch gut mit ihm. Schicke ihn morgen mit uns, damit er sich vergnügt und spielt. Wir werden gewiss auf ihn aufpassen." (Sure Joseph 12:11-12)
Der Vater war zurückhaltend, Joseph mit ihnen gehen zu lassen, nahm sogar in Kauf, daß die Söhne sein Mißtrauen bemerkten. Doch die behaupteten, sie wollten nur das Beste für Joseph. Die Tatsache, daß sie diese Lüge so leicht über die Lippen brachten, obwohl sie vorhatten, Joseph zu ermorden, zeigt, daß solche Übeltäter keinerlei Schwierigkeiten haben, zu lügen. Sie fuhren also fort, zu lügen, sagten, Joseph möge sie zu seinem eigenen Vergnügen begleiten und versprachen, gut auf ihn aufzupassen. Was hier weiter bemerkenswert ist, ist die Art und Weise, wie solche Übeltäter immer versuchen, sich als Menschen mit den besten Absichten darzustellen. Wie sie vortäuschten, nur das Beste für Joseph zu wollen, wie sie den Eindruck vermittelten, sich um ihn zu sorgen, all das war Teil ihrer verschlagenen Charakter:
Er sprach: "Siehe, mich betrübt es, dass ihr ihn mitnehmen wollt. Ich fürchte, dass der Wolf ihn frisst, während ihr gerade nicht auf ihn achtgebt." Sie sagten: "Wahrlich, wenn ihn der Wolf fräße, obwohl wir so viele sind, stünde es schlecht um uns!" (Sure Joseph 12:13-14)
Jakob traute seinen Söhnen nicht, und er hatte einen Verdacht, deshalb äußerte er seine Bedenken. Er fürchtete, sie würden Joseph etwas antun und dann mit einer vorbereiteten Entschuldigung zu ihm zurückkehren. Entrüstet stritten sie dies ab und versuchten, ihn davon zu überzeugen, daß nichts dergleichen geschehen würde. Es ist eine weitere Technik, der sich üble Charakter oft bedienen:
Und des Abends kamen sie weinend zu ihrem Vater. Sie sagten: "O unser Vater! Wahrlich, wir liefen um die Wette und ließen Joseph bei unseren Sachen zurück. Da fraß ihn der Wolf. Du aber glaubst uns nicht, obwohl wir die Wahrheit sagen." Und des Abends kamen sie weinend zu ihrem Vater. Sie sagten: "O unser Vater! Wahrlich, wir liefen um die Wette und ließen Joseph bei unseren Sachen zurück. Da fraß ihn der Wolf. Du aber glaubst uns nicht, obwohl wir die Wahrheit sagen." (Sure Joseph 12:16-17)
Hz. Yusuf, kanlı gömlek tablo
Dieses Gemälde zeigt Joseph's Brüder, die ihrem Vater die Lüge erzählen, Wölfe hätten Joseph gefressen und ihm als ‚Beweis' ein blutiges Hemd zeigen.
Die Ereignisse entwickelten sich also genau wie Jakob es befürchtet hatte. Das Verhalten der Brüder Josephs bestätigte die Berechtigung der Zweifel, die der Vater gegen sie gehegt hatte, daß sie Krokodilstränen weinend zu ihm zurück kamen, ist ein klares Zeichen ihres verdorbenen Charakters. Ein wahrer Gläubiger würde so etwas nie akzeptieren, dann weil wahre Gläubige wissen, daß in allem etwas Gutes und glückverheißendes steckt, geben sie sich ihren Schwächen nicht hin und sie jammern und klagen nicht, ganz gleich, was ihnen auch widerfahren mag.
Die Klagen von Joseph’s Brüdern waren reine Heuchelei. Tränen einzusetzen, um den anderen zu täuschen, ist eine der widerwärtigen Techniken böser Menschen. Auf diese Weise versuchen sie, sich als hilflos darzustellen und das Mitleid anderer zu erregen. Sie versuchen, den Eindruck zu vermitteln, man könne ihnen vertrauen, obwohl dies absolut nicht der Fall ist. Es ist ein sich niemals ändernder Charakterzug von Übeltätern aller Zeiten. Joseph’s Brüder fühlten nicht den kleinsten Gewissensbiß, als sie ihren Bruder, ein Kind, in die Tiefe des Brunnens warfen, doch als sie sich rechtfertigen mußten, erschienen sie falsche Tränen weinend vor ihrem Vater.
Gläubige können anhand dieser Situation wertvolle Einsichten gewinnen. Jakob hatte seine Sorge klar gemacht, daß Joseph von einem Wolf gefressen werden könnte. Seine Söhne, wahre Übeltäter, benutzten genau die entsprechende Lüge, nachdem sie ihren Bruder in den Brunnen geworfen hatten. Sie dachten, ihr Vater würde ihnen dann eher glauben. Die Lehre, die Gläubige aus dieser Geschichte ziehen müssen, ist, zu vermeiden, ernste Zweifel und Sorgen auszudrücken, wenn böswillige Menschen mithören können. Denn wie wir gesehen haben, könnten diese die aufrichtigen Worte der Gläubigen gegen sie benutzen.
Wie die Fortsetzung des Verses zeigt, waren sich die Brüder der Tatsache durchaus bewußt, daß ihr Vater ihnen nicht glaubte. Das liegt an der Geistesverfassung, die nicht nur auf Joseph’s Brüder zutrifft, sondern auf jeden Heuchler. Die Gläubige in eine Falle locken, fühlen sich permanent schuldig. Sie können nicht anders, als an ihre Tat zu denken und sie erwähnen sie sogar. Sie benutzen Floskeln wie, “… du wirst uns nie glauben, selbst wenn wir tatsächlich die Wahrheit sagen“, was ein ehrlicher Mensch niemals tun würde. Das macht ihr fehlendes Selbstvertrauen deutlich, was wiederum von ihrer Unfähigkeit stammt, den Charakter und die moralischen Werte eines Gläubigen zu zeigen. Gott gibt im Quran ein Beispiel für die doppelzüngige und übertriebene Sprache der Heuchler.
Hz. Yusuf'un kanlı gömleği, film sahnesi
Ein Film über den Propheten Joseph zeigt die Brüder, wie sie sich als vertrauenswürdig präsentieren und das Hemd, daß sie mit Blut beschmiert hatten, vorzeigen.
Wenn die Heuchler zu dir kommen, sagen sie: "Wir bezeugen, dass du wirklich der Gesandte Gottes bist!" Gott weiß wohl, dass du Sein Gesandter bist. Und Gott bezeugt, dass die Heuchler Lügner sind. Sie haben sich hinter ihren Eiden verschanzt und halten so (andere) von Gottes Weg ab. Fürwahr, übel ist, was sie tun. (Sure al-Munafiqun 63:1-2)
Skrupellos schwören die Heuchler falsche Eide, während die Gläubigen ihren Worten untereinander Vertrauen schenken und niemals an ihnen zweifeln. Doch die Heuchler können den Gläubigen trotz ihrer Machenschaften nicht schaden, selbst wenn sie sich einbilden, die Gläubigen getäuscht zu haben. Gott beschreibt ihre Situation:
Manche Menschen sprechen wohl: "Wir glauben an Gott und an den Jüngsten Tag"; doch sind sie keine Gläubigen. Betrügen wollen sie Gott und die Gläubigen; doch sie betrügen nur sich selbst und wissen es nicht. Ihre Herzen sind krank, und Gott mehrt ihre Krankheit, und für sie ist schwere Strafe für ihr Lügen bestimmt. (Sure al-Baqara 2:8-10)

FALSCHES ZEUGNIS DER BRÜDER

Joseph’s Brüder wußten ganz genau, daß sie kein bißchen glaubwürdig waren. Deswegen produzierten sie ein falsches Indiz, durch das sie hofften, glaubwürdig zu scheinen. Sie beschmierten Joseph’s Hemd mit Blut und brachten es ihrem Vater, um diesen davon zu überzeugen, Joseph sei tot.
Dies weist darauf hin, daß jene, die den Muslimen übel wollen, nicht davor zurückschrecken, gefälschte “Beweise“ vorzulegen, um ihre Konspirationen zu befördern. Im Lichte dessen muß man auf solche Methoden gefaßt und vorbereitet sein, man muß die vorgelegten “Beweise“ genauestens untersuchen, denn Gott hat geboten:
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ein Unzuverlässiger mit einer (verleumderischen) Nachricht zu euch kommt, so klärt die Sache auf, damit ihr niemand unabsichtlich verletzt und euer Verhalten hernach bereuen müsst. (Sure al-Hujurat 49:6)
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Historische Darstellungen des von den Brüdern mit Blut beschmierten Hemdes, das sie dem Vater präsentierten
Jakob glaubte seinen Söhnen definitiv nicht, er hatte erkannt, worauf sie aus waren, und er sagte ihnen dies auf den Kopf zu:
Und sie brachten sein Hemd mit falschem Blut befleckt. Er sprach: "O nein! Ihr habt etwas ausgeheckt! …"(Sure Joseph 12:18)
Indem er seinen Söhnen sagte, ihr Unterbewußtsein habe sie getäuscht und sie verführt, diese Tat zu begehen, lenkte Jakob die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß die Menschen schreckliche Dinge tun, wenn sie ihren Begierden nachgeben und daß alles Böse daraus entsteht. Das ist ein weiterer Sachverhalt, den Gläubige sehr sorgfältig erwägen sollten. Weltliche Begierden verführen die Menschen zum Bösen, und jedermann muß vorsichtig und jederzeit auf der Hut sein, er muß auf die Stimme seines Gewissens hören, und nicht auf die seines Unterbewußtseins. Eine weitere Erkenntnis aus diesem Vers ist, daß die Scheinheiligen und die Heuchler durch ihr Unterbewußtsein motiviert werden.;
Das Beeindruckendste an den Ereignissen ist das bescheidene, gemäßigte Auftreten Josephs. Es unterstreicht den Grundsatz, daß Gläubige ihr Vertrauen allein in Gott setzen sollen und innere Stärke beweisen müssen, ganz gleichgültig, was ihnen widerfahren mag. Wie wir gesehen haben, war Jakob, sich der Tatsache sehr wohl bewußt, daß seine Söhne Jakob eine Falle gestellt hatten. Doch tolerant und gemäßigt wie er war, suchte er Hilfe bei Gott. Was er seinen Söhnen sagte, zeigt erneut, was für ein Gottesfürchtiger und geduldiger Mensch er war:
“… Jetzt gilt es, Geduld zu üben. Und es gilt, Gott um Hilfe gegen das zu bitten, was ihr beschrieben habt.” (Sure Joseph 12:18)

DER BRUNNEN

Joseph war sich – während er das Verbrechen, daß seine Brüder an ihm begingen, geduldig ertrug – immer bewußt, daß Gott an seiner Seite stand und daß Gott alles hörte und sah, als seine Brüder ihn in die Falle lockten. Gott sprach Joseph Mut zu:
Und als sie mit ihm losgezogen waren und sich geeinigt hatten, ihn in die Tiefe des Brunnens zu werfen, offenbarten Wir ihm: "Wahrlich, du wirst ihnen eines Tages diese ihre Tat vorhalten, ohne dass sie es merken." (Sure Joseph 12:15)
Dieser Vers hebt zwei weitere Punkte hervor: Erstens, das gemeinsame Handeln der Brüder, als sie ihn in den Brunnen warfen; Sie glaubten vielleicht, sie könnten die Verantwortung für ihre Tat gemeinsam tragen, doch sie irrten sich sehr. Ihr Verhalten beweist lediglich, daß sie alle gewissenlos waren, denn keiner von ihnen trat dem beabsichtigten Vorhaben entgegen.
Weiterhin zeigt dieser Vers, daß Gott Joseph half, indem Er ihm in der scheinbar dunkelsten Stunde seines Lebens eine bessere Zukunft versprach. Das allein schon ist ein Wunder, und für Joseph war es ein großer Segen. Eine Offenbarung von Gott zu erhalten, in der Er ihm den Rücken stärkte, gerade als er in den Brunnen gestoßen werden sollte, war die beste Hilfe, der er sich wünschen konnte. Denn von diesem Moment an wußte Joseph, daß die üblen Machenschaften seiner Brüder ihm nicht das Geringste anhaben konnten. So war er beruhigt und er fühlte sich sicher, auf Gott’s Versprechen bauend.
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("O Joseph! O du Wahrhaftiger! Gib uns Aufschluss über sieben fette Kühe, die von sieben mageren gefressen werden, und von sieben grünen und (sieben) anderen dürren ähren, damit ich zu den Leuten zurückkehren kann und sie es verstehen." (Sure Joseph 12:46)
Ein aufrichtiger Gläubiger, begibt sich immer in die Hände Gottes, ganz gleich, wie schwer die Drangsal auch sein mag, die er zu erleiden hat; selbst wenn er keine persönliche Offenbarung erhält, akzeptiert er, was immer auch geschieht. Denn Gott hat den Gläubigen mitgeteilt, daß Er immer an ihrer Seite ist:
... Und Gott wird den Ungläubigen keine Möglichkeit geben, gegen die Gläubigen vorzugehen.(Sure an-Nisa 4:141)
Niemand, der ehrlich an Gott’s Versprechen glaubt, wird jemals über die Machenschaften von bösen Menschen und Ungläubigen besorgt sein.
Die überlegene Natur Josephs leitet sich aus seinen moralischen Werten und der Unterwerfung unter den Willen Gottes her. Obwohl vom Alter her noch ein Kind war, war er schon sehr erwachsen. Wir müssen bedenken, wie es für ein Kind gewesen sein muß, in einen Brunnen geworfen zu werden. Der Vers spricht der “Tiefe des Brunnens“, was nichts anderes heißt, daß es dort unten stockfinster war, ein Ort an dem die Drohung des Todes nahe war. Für Joseph war es ungewiß, ob er jemals gefunden werden würde, oder nicht. Auch konnte er nicht wissen, was für Menschen es sein würden, die ihn – wenn überhaupt – finden würden, ob sie gut oder schlecht sein würden. Jemand, dem die Unterwürfigkeit unter den Willen Gottes fehlt, würde unter solchen Umständen von Zweifeln geplagt werden. Doch Joseph war geduldig und fügte sich dem Willen Gottes. Das ist ein klarer Hinweis auf sein überlegenes Bewußtsein. Offensichtlich ist eine solch schwere Prüfung in einem so frühen Lebensalter auch ein deutlicher Hinweis darauf, daß er als einer der Erwählten aufwachsen würde, denn nur Menschen, die sich Gott aufrichtig hingeben und sich seinem Willen unterwerfen, können solche Prüfungen bestehen.
Joseph wurde als Kind von seinen Brüdern in einen Brunnen geworfen. Er wußte nicht, ob er gerettet werden würde oder nicht. Trotzdem zeigt er große Geduld und Vertrauen in Gott.
Die Situation, in der Joseph sich befand, war tatsächlich furchterregend. Er wurde schwer geprüft. Doch wie der Vers “Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung!“ (Sure asch-Scharh 94:5) beschreibt half ihm Gott durch seine Versprechen, daß ihn tröstete und ihm Frieden und Sicherheit gab.

JOSEPH`S NEUES LEBEN

JOSEPH`S NEUES LEBEN

DIE RETTUNG

Folgender Vers berichtet, wie Joseph aus dem Brunnen entkam:
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Die beiden unteren Bilder zeigen Karawanen auf dem Weg nach Ägypten. Die Karte zeigt die Karawanenroute jener Zeit, die Zeichnung in der Mitte zeigt die Wasserschöpfer, die Joseph aus dem Brunnen ziehen..
Dann kam eine Karawane. Sie schickten ihren Wasserschöpfer, und er ließ seinen Eimer hinab. Da rief er: "Eine gute Nachricht! Da ist ja ein junger Bursche!" Und sie verbargen ihn als eine verkaufbare Ware. Gott aber kannte ihr Tun. (Sure Joseph 12:19)
Daß Joseph in den Brunnen geworfen werden würde und daß er aus dem Brunnen gerettet werden würde, beide Ereignisse waren in seinem Schicksal festgelegt. Nichts geschieht außerhalb des für jeden Einzelnen festgelegten Schicksals. So war denn auch das Auftauchen der Karawane und die Sorte Mensch, aus der sie bestand, bereits von Gott festgelegt worden, noch bevor Joseph geboren war. Gläubige, die diesen wichtigen Zusammenhang erkennen, unterwerfen sich daher grundsätzlich dem Willen Gottes.
Wie der Vers zeigt, betrachteten Joseph’s Retter ihn als Sklaven, den sie zu verkaufen gedachten. Sklaverei war damals üblich in Ägypten und den umliegenden Gebieten. Kinder waren besonders gefragt in diesem Menschenhandel. So hatten Joseph’s Retter einen Grund zum feiern, denn er verhieß ihnen die Aussicht auf einen zusätzlichen Gewinn. Doch der Vers berichtet, daß sie seinen Wert unterschätzten und ihn unter Preis verkauften:
Und sie verkauften ihn für einen winzigen Preis, für ein paar Dirham; denn sie schätzten ihn nicht hoch ein. (Sure Joseph 12:20)
Hierin steckt wieder eine große Weisheit. Hätten sie ihm großen Wert beigemessen, hätten sie bemerkt, daß er ein erwählter Mensch war, ein Prophet, so hätten sie ihm schaden wollen. Auch andere Ungläubige, die davon gehört hätten, hätten ihm etwas antun wollen, daß man ihn unterschätzte und in Erwartung eines materiellen Gewinns in die Sklaverei verkaufte, wirkte sich am Ende zu seinen Gunsten aus.
Die Weisheit in dieser Episode aus dem Leben des Propheten Joseph besteht darin, daß sie auf den großen Nutzen und den Schutz für die Gläubigen hinweist, die in der generellen Tendenz der Ungläubigen liegen, die Gläubigen zu unterschätzen, weil sie diese als belanglos und inkonsequent ansehen.
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Die beiden unteren Bilder zeigen Karawanen auf dem Weg nach Ägypten. Die Karte zeigt die Karawanenroute jener Zeit, die Zeichnung in der Mitte zeigt die Wasserschöpfer, die Joseph aus dem Brunnen ziehen.
Und sie verkauften ihn für einen winzigen Preis, für ein paar Dirham; denn sie schätzten ihn nicht hoch ein.(Sure Joseph 12:20)
Unten links: Joseph wird billig in die Sklaverei verkauft. Oben rechts: Sklaverei im Ägypten jener Zeit. Rechst: Ein Dokument jener Zeit über die Sklaverei in Ägypten.
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Es gibt noch einen weiteren beachtenswerten Punkt hier: Wie wir wissen, war Joseph ein ausgesprochen schöner Mensch. Doch seine Schönheit zeigte sich noch nicht, als er in die Hände der Sklavenhändler fiel. Sie bemerkten nicht, was für ein wertvoller Mensch er war, und sie behandelten ihn als Kind. Gott hatte in Seiner Weisheit Joseph’s Schönheit verborgen, worin sich wieder Gott’s Hilfe und Schutz ausdrücken.
Dem Quran zufolge wurde Joseph von den Sklavenhändlern gefunden und an einen hochrangigen Ägypter namens Aziz verkauft, den Wesir am Hof des Pharao. Dies wird so berichtet:
Und sein Käufer, ein Ägypter, sagte seiner Frau: "Nimm ihn großzügig auf. Vielleicht ist er uns von großem Nutzen oder nehmen wir ihn als Sohn an." Und so gaben Wir Joseph ein Zuhause auf Erden und lehrten ihn die Deutung des Geschehens. Denn Gott setzt stets Seine Anliegen durch, auch wenn die meisten Menschen es nicht wissen.  (Sure Joseph 12:21)
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Examples of the splendid buildings in Egypt from the time of Prophet Yusuf (as).
A mural depicting scenes from the daily life of the time.
Vermittels dieses Ägypters stellte Gott sicher, daß Joseph behütet war, daß gut für ihn gesorgt wurde und daß er geordneten Verhältnissen aufwachsen konnte. Sein Eigentümer vertraute ihn seiner Ehefrau an mit der Maßgabe, ihn gut zu behandeln. Er dachte, Joseph könne ihnen sehr nützlich sein, er spielte sogar mit dem Gedanken, ihn zu adoptieren. Hier werden nochmals Gott’s Hilfe, Liebe und Mitgefühl für Joseph, den Propheten, sichtbar. Er hatte ihn aus dem Brunnen errettet, ihn in einem guten Haushalt untergebracht und Ägypten zu seiner Heimat gemacht. All das waren Segnungen Gottes.
Darüber hinaus gab Gott Joseph Wissen, indem Er ihn lehrte, die Worte der Menschen zu deuten. Das ist zweifellos eine besondere Fähigkeit und ein Segen, den Gott nur den Auserwählten unter Seinen Dienern zuteil werden läßt. Der betreffende Vers lautet:
Er gibt Weisheit, wem Er will. Und wem Weisheit gegeben wurde, dem wurde ein hohes Gut gegeben… (Sure al-Baqara 2:269)

DIE VERLEUMDUNG

Nun lebte Joseph also im Haushalt des Ägypters Aziz. Neben der Fähigkeit, die Worte der Menschen zu deuten, gab Gott ihm, als er erwachsen wurde, Urteilsvermögen und Wissen. Das Urteilsvermögen, das in dem entsprechenden Vers erwähnt wird, meint die Fähigkeit, eine rechte Entscheidung treffen zu können, die sich im Rahmen der Gebote Gottes bewegt. Wissen bezieht sich in diesem Fall entweder auf Joseph’s Lernfähigkeit, oder auf die Fähigkeit den Kern der Dinge zu erkennen. Gott weiß es am besten. All das weist darauf hin, daß Gott ihn aufgrund seines aufrechten Verhaltens auserwählt und gesegnet hatte. Der Quran berichtet.
Und als er seine volle Manneskraft erreicht hatte, gaben Wir ihm Weisheit und Wissen. So belohnen Wir die Rechtschaffenen. (Sure Joseph 12:22)
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Unten: Erhalten gebliebene Reste eines ägyptischen Sklavenmarktes. Seitlich: Sklavenmarkt in einem Film über das Leben des Propheten Joseph.
Als Joseph erwachsen geworden war, versuchte Aziz’s Ehefrau, ihn zu verführen. Alles war wohl vorbereitet, alle Türen waren fest verschlossen, als die Dame des Hauses dem Propheten Joseph ihren anstößigen Vorschlag machte. Seine Antwort in dieser Situation ist ein Beispiel für vorbildhaftes Verhalten, daß sich alle Gläubigen zu Herzen nehmen sollten.
Obwohl die Frau ihn begehrte, ging er nicht auf sie ein, er machte sich keiner solch häßlichen Sünde schuldig, sondern suchte Zuflucht bei Gott. Er verhielt sich anständig und loyal, erinnerte sie daran, daß Aziz ihn immer gut behandelt und für ihn gesorgt habe. Er machte absolut klar, daß er eine solche Treulosigkeit gegen Aziz niemals begehen werde. Er sagte darüber hinaus, daß die, die Unrecht tun, nicht auf Rettung hoffen dürfen. Der Quran berichtet diese Episode so:
Doch die (Frau), in deren Haus er lebte, stellte ihm nach. Sie verriegelte die Türen und sagte: "Komm doch her zu mir!" Er sprach: "Gott behüte! Mein Besitzer hat mich doch gut aufgenommen. Und denen, die Unrecht tun, geht es nicht gut." Doch sie begehrte ihn. Und auch er hätte sie begehrt, wenn er nicht ein Zeichen von seinem Herrn gesehen hätte. Dies (geschah), um Schlechtigkeit und Schändlichkeit von ihm abzuwehren. Er war ja einer Unserer aufrichtigen Diener.  (Sure Joseph 12:23-24)
Joseph wußte, daß Ehebruch in den Augen Gott’s eine Sünde ist. So verging er sich nicht, sondern versuchte, vor der Frau zu fliehen. Der Hinweis Gottes, daß auch Joseph die Frau begehrt habe, enthält einen sehr bedeutenden Aspekt. Das Unterbewußtsein eines Gläubigen kann sich in Richtung eines Verhaltens wenden, das der Religion zufolge sündhaft ist. Für den Gläubigen ist es daher wichtig, einer solchen Begierde nicht nachzugeben, sondern die Entschlossenheit zu demonstrieren, daß er die von Gott gesetzten Grenzen nicht überschreiten wird. Hätte es keine körperlichen Wünsche gegeben, so wäre auch diese Prüfung nicht erfolgt. Folgender Vers berichtet die Ereignisse:
Sie liefen beide zur Tür. Dabei zerriss sie sein Hemd von hinten. Und an der Türe trafen sie auf ihren Herrn. Sie fragte: "Was ist der Lohn dessen, der gegen deine Familie Böses im Schilde führte, das Gefängnis oder (noch) schmerzlichere Strafe?"(Sure Joseph 12:25)
Nach diesem Zwischenfall begann Aziz’s Frau, Joseph zu verleumden, obwohl dieser sich tugendhaft verhalten und keinen Ehebruch mit ihr begangen hatte. Sie behauptete gegenüber ihrem Ehemann, Joseph habe sich ihr mit unlauteren Absichten genähert, und sie verlangte, Joseph solle entweder inhaftiert oder gefoltert werden. Das weist eindeutig darauf hin, daß diese Frau keinerlei Gottesfurcht besaß und daß sie eine Neigung zur Grausamkeit hatte. Der unsittliche Vorschlag, den sie Joseph gemacht hatte, beweist auf jeden Fall ihren verdorbenen Charakter. Die falschen Anschuldigungen gegenüber Joseph und ihre trotz seiner Unschuld erhobene Forderung nach seiner Bestrafung, machen dies überdeutlich. Joseph antwortete darauf:
Er sprach: "Sie wollte mich verführen!" Und jemand aus ihrer Familie bezeugte: "Wenn sein Hemd vorne zerrissen ist, hat sie die Wahrheit gesprochen und ist er ein Lügner. Ist sein Hemd jedoch hinten zerrissen, hat sie gelogen und hat er die Wahrheit gesprochen." (Sure Joseph 12:26-27)
Nun war Joseph’s Hemd aber hinten zerrissen, was bedeutete, daß er in Richtung der Tür geflohen war, wobei die Frau ihn verfolgt hatte. Die Verse bezeugen, daß Joseph’s Unschuld damit bewiesen war:
Er sah aber, dass sein Hemd hinten zerrissen war, und sprach: "Das ist wirklich eine heimtückische List von euch! Joseph, denke nicht mehr daran! Und du, (o Frau), bitte ihn um Verzeihung für deine Schuld. Du hast dich wirklich schuldig gemacht."  (Sure Joseph 12:28-29)
Aziz erkannte Joseph’s Unschuld, und er gab zu, alles sei eine Machenschaft seiner Frau gewesen. Seine Worte, die in dem obigen Vers zitiert werden, zeigen, daß Aziz im Gegensatz zu seiner Frau ein Gewissen hatte. Doch damit war die Angelegenheit noch nicht erledigt. Der Quran berichtet die weitere Entwicklung:
Da tuschelten die Frauen der Stadt: "Die Frau dieses Hochgestellten hat ihrem Burschen nachgestellt. Er hat sie in Liebe entflammt. Wie wir sehen, ist sie in offenbarem Irrtum." (Sure Joseph 12:30)
Der Vorfall hatte sich also unter den Frauen in der Stadt herumgesprochen, daß die Aufmerksamkeit nun auf die anderen Frauen gelenkt wird, kann beabsichtigen, zu zeigen, daß das Fehlen der moralischen Tugenden bei den Unwissenden Hand in Hand geht mit Verleumdung und anderen Bösartigkeiten. Gott weiß es am besten.
Die Frauen der Stadt begannen nun, der Frau des Wesirs ihre Handlungsweise vorzuwerfen. Sie hatten erkannt, daß Joseph keine Schuld traf und daß Aziz’s Frau die Schuldige war. Die wiederum fühlte sich äußerst unbehaglich unter der allseitigen Kritik an ihr. Menschen, denen das Wohlgefallen Gott’s gleichgültig ist, die statt dessen andere Menschen zufriedenstellen wollen, haben die größte Angst vor dem Gesichtsverlust, öffentlich herabgesetzt zu werden.
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Eine Darstellung der Frau des hochrangigen Ägypters, die versuchte, Joseph zu verführen
Die Frauen der Stadt begannen nun, der Frau des Wesirs ihre Handlungsweise vorzuwerfen. Sie hatten erkannt, daß Joseph keine Schuld traf und daß Aziz’s Frau die Schuldige war. Die wiederum fühlte sich äußerst unbehaglich unter der allseitigen Kritik an ihr. Menschen, denen das Wohlgefallen Gott’s gleichgültig ist, die statt dessen andere Menschen zufriedenstellen wollen, haben die größte Angst vor dem Gesichtsverlust, öffentlich herabgesetzt zu werden.
Als erkannte, daß sie zum Gespött der anderen Frauen geworden war, beschloß sie, etwas dagegen zu unternehmen. Sie wollte zeigen, daß man es nicht ihr allein vorwerfen konnte, ihren unmoralische Begierden erlegen zu sein, da Joseph doch ein so außergewöhnlich schöner Mensch war. Tatsächlich waren auch die anderen Frauen hingerissen von Joseph’s Schönheit:
Und als sie von ihrer Bosheit hörte, schickte sie (Einladungen) zu ihnen und bot ihnen ein Festessen. Sie gab jeder von ihnen ein Messer. Dann rief sie (zu Joseph:) "Komm zu ihnen heraus!" Und als sie ihn sahen, bewunderten sie seine Schönheit so sehr, dass sie sich (vor Aufregung) in die Hände schnitten und ausriefen: "Gott behüte! Das ist kein Mensch! Das ist ein edler Engel!" . (Sure Joseph 12:31)
Die Schönheit des Propheten Joseph erinnerte die Frauen an Gott, und sie konnten nicht anders, als Gott spontan anzurufen angesichts solcher Schönheit. Sie sahen seine Schönheit als etwas Übermenschliches an, nannten ihn sogar einen Engel. Erinnern wir uns: Als Joseph noch ein Kind war, hatte Gott Josephs Schönheit verborgen, um ihn zu schützen. Im Lauf der Zeit, als Joseph erwachsen geworden war, erregte seine Schönheit mehr und mehr Aufmerksamkeit. In jedem dieser Details steckt bemerkenswerte Weisheit. Der Quran berichtet weiter:
Sie sprach: "Und um dessentwillen habt ihr mich getadelt! Jawohl, ich stellte ihm nach, doch er blieb standhaft. Wahrlich, wenn er mir nicht (bald) zu Willen ist, soll er ins Gefängnis geworfen und verächtlich behandelt werden." (Sure Joseph 12:32)
Die Frau gestand ihre Schuld nun also offen ein und gab zu, Joseph habe seine Keuschheit bewahren wollen. Doch sie wiederholte anschließend ihr unsittliches Ansinnen vor all den anderen Frauen, erpreßte Joseph, ihr zu Willen zu sein und drohte ihm mit Gefängnis und öffentlicher Demütigung, falls er sich weigere. Hier wird nochmals deutlich, wie grausam und von aller moralischen Integrität verlassen diese Frau war. Die Situation ist natürlich erstaunlich. Vielleicht waren es ihr Vertrauen in ihre hochrangige gesellschaftliche Stellung, auf ihren Reichtum und auf die Tatsache, daß Joseph ihr Sklave war, die sie zu dieser Sünde trieben.
Es war ein widerwärtiges Ansinnen, und Aziz’s Frau hatte nicht die geringsten Skrupel, es vor allen Leuten zu wiederholen. Es zeigt zweierlei: Bei ihr das vollständige Fehlen religiöser Werte, bei den anderen Frauen die Unachtsamkeit im Umgang mit religiösen Angelegenheiten. Keine fromme Frau würde jemals die Grenzen derart überschreiten, und keine fromme Frau würde dabei stehen und zuschauen, wenn etwas Derartiges geschähe. Doch die in dieser Geschichte beschriebenen Frauen schwiegen angesichts der Drohungen von des Wesirs’ Frau und sahen weg.
Der Quran beschreibt auch, wie Aziz nichts gegen die Verhaftung und Einkerkerung Josephs unternahm, obwohl er doch alle Beweise kannte. Auch seine Frau rührte keinen Finger für Joseph in den Jahren seiner Gefangenschaft. An diesem Beispiel kann man sehen, daß Ungläubige Gleichgesinnte immer unterstützen, sie lehnen sich zurück, schauen zu und schweigen, wenn böse Pläne ausgeheckt und umgesetzt werden. Die anderen Frauen der Stadt zogen es vor, sich nicht einzumischen, und so wurden sie zu Mitschuldigen. Sie traten nicht einmal für Joseph ein, als Aziz’s Frau alles zugab, sondern sahen zu, wie ein tugendhafter Mann ins Gefängnis geworfen wurde.
Ein weiteres bemerkenswertes Element hier ist Joseph’s Aufrichtigkeit. Er suchte sofort Zuflucht bei Gott, öffnete Ihm ehrlich sein Herz und bat um Hilfe. An diesem Verhalten werden Geradlinigkeit und ein reines Gewissen beispielhaft sichtbar.
Er sprach: “Mein Herr! Das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern. Doch wenn Du nicht ihre Ränke von mir abwendest, gebe ich ihnen in meiner Jugend vielleicht nach und bin ein Tor.” Aber sein Herr erhörte ihn und wendete ihre Pläne von ihm ab. Siehe, Er ist der Hörende, der Wissende.(Sure Joseph 12:33-34)

DIE VERHAFTUNG

Aziz’s Frau hatte vor allen anderen Frauen der Stadt gestanden, daß sie es war, die sich Joseph in unlauterer Absicht genähert hatte und daß er sie zurückgewiesen hatte. Aziz wußte das, er erinnerte seine Frau daran, daß sie eine Sünderin sei, die Gott um Vergebung bitten müsse. Jeder, der die Ereignisse gesehen oder von ihnen gehört hatte, wußte also, daß Joseph unschuldig war, ein Geschädigte des Komplotts der Frauen. Trotzdem wurde völlig gewissenlos entschieden, Joseph einzukerkern:
Gleichwohl beliebte es ihnen, ihn für eine Zeit einzusperren, obwohl sie doch die Zeichen (seiner Qualität) gesehen hatten. (Sure Joseph 12:35)
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Der Prophet Joseph verbrachte lange Jahre im Kerker, obwohl seine Unschuld klar bewiesen war. Das Bild oben zeigt ein ägypt.
Die Tatsache, daß hier ein völlig Unschuldiger inhaftiert wurde, zeigt daß das damalige herrschende System kein rechtstaatliches war, sondern daß das Recht auf Seiten derer war, die die Macht hatten, daß es ein Rechtssystem war, das deren Interessen entsprechend beliebig manipuliert werden konnte.
Es ist Teil des unabänderlichen Ratschlusses von Gott, daß Ungläubige, insbesondere die, die Seine Botschafter zurückweisen, immer versuchen, den Gläubigen Hindernisse in den Weg zu legen. Das Gleiche passierte zu Zeiten unseres Propheten Muhammad: Gott beschreibt dies wie folgt:
Und damals, als die Ungläubigen Pläne gegen dich schmiedeten, um dich festzunehmen oder zu ermorden oder zu vertreiben: Sie schmiedeten Pläne und Gott schmiedete Pläne; doch Gott ist der Beste im Pläneschmieden. (Sure al-Anfal 8:30)
Was Muslimen und Gott’s Botschaftern jeden Zeitalters geschah, dem sah sich auch Joseph gegenüber. Wäre Joseph kein Muslim gewesen, hätte er sich dem abergläubischen und moralisch degenerierten Sytem gebeugt, dann wäre man nicht so feindselig gegen ihn gewesen, und man hätte sogar weggeschaut, wenn er ein Verbrechen begangen hätte. Doch der Grund für die Feindschaft gegen ihn war, daß er ein tadelloser Muslim war, für den das Wohlgefallen Gottes an erster Stelle stand und der sich streng an Seine Gebote und Verbote hielt. Mehrere Quranverse berichten, daß Menschen, die von der Religion weit abgeirrt sind, immer eine ganz ähnliche Feindschaft gegen die Gläubigen richten.
Das in Ägypten herrschende korrupte Rechtssystem zeigt auch, wie moralisch degeneriert die Gesellschaft im Ganzen zu jener Zeit war.

ALLES PLANEN STEHT ALLEINE ZU

Oberflächlich betrachtet könnten die bis jetzt beschriebenen Ereignisse als persönliches Desaster des Propheten Joseph aufgefaßt werden. Dringt man jedoch zum Kern der Sache vor, dann zeigt sich, daß es Gott war, der all das veranlaßte und die Ereignisse lenkte. Die Geschehnisse waren alle Teil von Joseph’s vorherbestimmtem persönlichen Schicksal, und letzten Endes brachten sie ihm Glück. Wer solche Prüfungen durchleiden muß und trotzdem geduldig bleibt und sich dem Willen Gottes unterwirft, ist jemand mit wahrem Gottesglauben. Es liegt auf der Hand, daß solch ein Mensch die Liebe und das Wohlgefallen Gottes gewinnt. So gesehen war Joseph’s Inhaftierung keine Tragödie, sondern sie war im Gegenteil ein sehr positives Ereignis.
Diese Geschichte zeigt auch, daß Ungläubige und böswillige Menschen kooperieren, um Gläubige in die Falle zu locken. Doch sie können ihnen niemals wirklich schaden, denn der alles umfassende Plan Gottes macht ihre Machenschaften wirkungslos. Gott hört und weiß alles, was sie sagen, wenn sie ihre Fallen stellen, Er kennt alle Einzelheiten ihrer Entscheidungen und ihrer innersten Gefühle, daß sie versuchen würden, den Gläubigen Schaden zuzufügen, stand bereits in ihrem Schicksal geschrieben, lange bevor sie geboren waren. Auch die Ereignisse, die ihre Machenschaften vereiteln, sind in ihrem Schicksal bestimmt. So sind denn auch alle Versuche, den Gläubigen zu schaden, zum Scheitern verurteilt. Gott offenbart dies im Quran:
Pläne schmiedeten schon die vor ihnen lebten. Aber alles (wirksame) Planen steht allein Gott zu, Der ja weiß, was jeder tut. Wahrlich, die Ungläubigen werden schon sehen, wem die Zukunft gehört. (Sure ar-Rad 13:42)
Sie planten ihre List. Aber über ihre List entscheidet (letztlich) Gott, und wären sie auch imstande, damit Berge zu versetzen. Meine nur nicht, dass Gott die Versprechen, die Er Seinen Gesandten gegeben hat, nicht hält. Siehe, Gott ist erhaben, der Herr der Vergeltung. (Sure Abraham 14:46-47)
So unterwerfen sich die Gläubigen denn dem Willen Gottes, wenn sie in solche Situationen geraten, und sie erkennen, daß die ihnen gestellte Falle ihnen nichts anhaben kann. Sie verhalten sich ruhig und moderat, denn sie vertrauen auf Gott, und sie glauben an Seine Bücher und an Seine Gesandten.
Es ist ein Geheimnis, das den Gläubigen eigen ist, denn es ist Menschen, die nicht glauben und die ihr Leben weit von der Religion entfernt führen, nicht möglich, solche innere Ruhe zu genießen.